Krankheit Schlechtes Betriebsklima macht krank

Berlin / Von Hajo Zenker 04.09.2018

Wer Sinn in seiner Arbeit sieht und ein gutes Betriebsklima erlebt, ist seltener krank. Zu diesem Ergebnis kommt der „Fehlzeiten-Report 2018“ der AOK, der am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Ein gutes Betriebsklima sei den meisten Deutschen wichtiger als Geld.

Wenn der Sinn verloren geht, leiden Körper und Psyche“. So fasste Helmut Schröder, Vize-Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, ein Ergebnis des Reports zusammen. Der beschäftigte sich diesmal besonders mit der Frage, was Wunsch und Wirklichkeit im Arbeitsleben mit der Gesundheit zu tun haben. Die Ansprüche an das eigene Arbeitsumfeld nämlich sind hoch. Laut einer repräsentativen Umfrage finden 98,4 Prozent der Befragten im Job am wichtigsten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9), ein gutes Betriebsklima (96,8) sowie ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten (92,4) empfänden sie als bedeutsam.

Mehr Fehltage

Die Realität kann da häufig nicht mithalten. Ein positives Betriebsklima erleben nur 78 Prozent. Das hat Folgen: Wer seine Arbeit liebt und sich wertgeschätzt fühlt, kommt im Schnitt auf 9,4 krankheitsbedingte Fehltage pro Jahr. Wer im Job leidet, ist 19,6 Tage wegen Krankheit abwesend.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, sieht vor allem die Chefs in der Pflicht: Sie hätten einen wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima, das Wohlbefinden der Mitarbeiter „und damit auch auf die Fehlzeiten im Unternehmen“.

Geld

Interessant ist auch, wie gering der Einfluss des Geldes auf die Zufriedenheit mit dem Job scheint: Bei der Frage, was am Beruf wichtig ist, erreichten „sichere und gesunde Arbeitsbedingungen“ (94,0 Prozent), „das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun“ (93,0) und „interessante Tätigkeit“ (92,7) die höchsten Zustimmungsraten. Unter 16 Antworten lag ein „hohes Einkommen“ (60,6) erst auf Platz 13.

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