Berlin Rösler nimmt Parteifreund Hahn in Schutz

Berlin / DPA 09.02.2013

FDP-Chef Philipp Rösler hat den hessischen Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) gegen den Vorwurf des Rassismus in Schutz genommen. "Ich verstehe die Aufregung über die vielfach kritisierte Interview-Äußerung von Jörg-Uwe Hahn . . . nicht", erklärte Rösler. Hahn sei ein persönlicher Freund, der "über jeden Verdacht des Rassismus erhaben" sei.

Hahn hatte in einem Interview gesagt: "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren." Kritiker hatten dies so verstanden, als ziehe Hahn die Akzeptanz Röslers als Vizekanzler in der Bevölkerung wegen dessen Herkunft aus Vietnam in Zweifel.

Zumindest Hahns Wortwahl stieß auf Kritik. FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte, diese sei "zugegebenermaßen missverständlich". Jens Brandenburg, Chef der Jungen Liberalen in Baden-Württemberg, betonte: "Auch Rösler wird beim Bundesparteitag an seiner Arbeit gemessen und nicht an seiner Hautfarbe".

Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hält eine Debatte über Rassismus in Deutschland dagegen für notwendig. "Dass es Vorbehalte gegen Politikerinnen und Politiker mit ausländischen Wurzeln gibt, wissen wir - übrigens über alle Parteigrenzen hinweg."