Studien Roboter in der Pflege erwünscht

Berlin / Hajo Zenker 11.09.2018

Bis zum Jahr 2035 dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit drei auf dann vier Millionen steigen. Das teilte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit. Besonders stark werde ihre Zahl in Bayern (plus 39,5 Prozent) zulegen, aber auch Baden-Württemberg (35,2) dürfte besonders betroffen sein. Deshalb seien bundesweit rund 150 000 zusätzliche Pflegekräfte notwendig, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Für  die Altenpflege liege „ein bundesweiter, flächendeckender Mangel“ vor. Und das, obwohl die Zahl der Fachkräfte in der Altenpflege zwischen 2013 und 2016 um 14,5 Prozent auf 240 000 gestiegen sei.

Der Arbeitgeberverband Pflege entgegnete, das ständige Überbieten mit immer neuen ,,Horrorzahlen“ helfe nicht wirklich weiter.  Stattdessen brauche man „ein Einwanderungsgesetz ohne überbordende Bürokratie“, das es Fachkräften und Ausbildungswilligen erlaube, zügig in Deutschland in die Altenpflege einzusteigen, sagt Vizepräsident Friedhelm Fiedler. Auch das IW betont den Nutzen von Einwanderung. Diese könne aber „keinesfalls alleine das Problem lösen“.

Die IW-Prognose lässt die mögliche technische Entwicklung in der Pflege unberücksichtigt, denn dies sei schwer vorherzusagen, sagt Hüther. Dabei zeigen sich die Deutschen durchaus aufgeschlossen für den technischen Fortschritt. So würden sich nach einer repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) 58 Prozent der Bundesbürger schon heute von einem Pflegeroboter unterstützen lassen – 39 Prozent sogar bei der Körperpflege. 90 Prozent der Deutschen würden Sensoren in der Wohnung akzeptieren, die etwa das morgendliche Aufstehen oder Stürze registrieren. Für TK-Vizechef Thomas Ballast ist das „ein ermutigendes Zeichen“, es zeuge von einer Grundakzeptanz für neue Lösungen.

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