Kommentar Richtiger Ablasshandel

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Ulm / Thomas Veitinger 08.01.2018

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern sinkt stark. Zwar hat die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige Bürger in die Steuerehrlichkeit zurückgeholt. Möglicherweise halten heute aber die verschärften Regeln viele Täter davon ab, ihre Fehler einzugestehen. Oder sie stellen sich beim Verstecken der Gelder im Ausland schlicht raffinierter an, selbst wenn ausländische Banken Informationen übermitteln – ab diesem Jahr sogar die Schweiz.

Zumindest ist eine gesellschaftliche Ächtung bei hohen Summen zu bemerken. Das einstige Kavaliersdelikt wird als Straftat gesehen und nicht nur als solche geahndet. Das ist vor allem dem Steuerhinterzieher und FC-Bayern Boss Uli Hoeneß zu verdanken. Daten-CD-Aufkauf und Ablasshandel waren richtig.

Gleichwohl ist das Unrechtsbewusstsein bei Schwarzarbeit weiter klein. Die „Panama Papers“ zeigen, dass es gigantische Schlupflöcher geben dürfte. Und wenn es stimmt, dass Google 15,9 Milliarden Euro an eine Briefkastenfirma transferiert hat, um Steuern in Milliardenhöhe zu verhindern, werden die globalen Dimensionen des Problems klar.

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