Altersvorsorge Rentenbeitrag könnte schon 2023 steigen

Berlin / Dieter Keller 03.09.2018

Nur bis 2022 reicht der derzeitige Beitragssatz zur Rentenversicherung von 18,6 Prozent. Spätestens 2023 muss er erhöht werden, und zwar auf bis zu 19,3 Prozent, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Grund sind Leistungsverbesserungen, die die Regierungskoalition gerade auf den parlamentarischen Weg gebracht hat, insbesondere die Mütterrente. Hätte man sie aus Steuermitteln finanziert, wie dies die Rentenversicherer gefordert hatten, „wäre 2019 ein niedrigerer Beitrag möglich gewesen“, so Roßbach, und zwar eine Absenkung auf bis zu 18,3 Prozent.

Ende Juli hatte die Rentenversicherung 34 Milliarden Euro Rücklagen. Das entsprach 1,59 Monatsausgaben. Damit werden Einnahmeschwankungen im Jahresverlauf ausgeglichen. Laut Gesetz darf die Reserve maximal 1,5 Monatsausgaben betragen. Ist abzusehen, dass sie im nächsten Jahr höher liegt, muss der Beitrag gesenkt werden.

Die Forderung von Finanzminister Olaf Scholz (SPD), das Rentenniveau bis 2040 konstant zu halten, ist für Roßbach nur ein Beitrag zur grundsätzlichen Debatte über die längerfristige Ausrichtung der gesetzlichen Rente. Die Rentenkommission, der sie beratend angehört, soll einen Vorschlag machen.

Die SPD will die Rentengarantie aus dem Bundeshaushalt finanzieren. „In der Rentendebatte geht es auf absehbare Zeit um Umschichtungen im Haushalt und nicht um Steuererhöhungen“, sagte SPD-Chefin Andrea Nahles dem „Spiegel“. Die Hälfte der Bundesbürger sieht sich im Alter finanziell sehr gut oder gut abgesichert. In Ostdeutschland sind es 45 Prozent, im Westen 53 Prozent, ergab das ZDF-Politbarometer. Drei Viertel über 70 Jahren empfinden sich als gut versorgt, dagegen nur jeder Dritte unter 30. Die Union hat bei dem Thema deutlich an Kompetenz verloren: Nur noch 21 Prozent sehen sie als besonders kompetent an. Vor einem Jahr waren es noch 31 Prozent. Die SPD hat sie mit 23 Prozent überholt.

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