Hintergrund Reiseziele: Deutschland bleibt Favorit

Berlin / Dieter Keller 02.01.2018
Deutschland bleibt der Favorit: Drei von zehn Urlauber verbringen die freien Tage am liebsten im eigenen Land.

Das beliebteste Reiseland der Bundesbürger ist immer noch das eigene: Drei von zehn Urlaubern bleiben für längere Reisen ab fünf Tagen in Deutschland. Dabei hat Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Ostseestränden und Inseln knapp die Nase vorn vor Bayern. Danach folgen Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie Baden-Württemberg auf dem fünften Platz.

Anders bei Kurzreisen von zwei bis vier Tagen: Da ist Bayern eindeutig am beliebtesten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin; Baden-Württemberg liegt auf Rang fünf. Für Städte­reisen ist die Hauptstadt das beliebteste Ziel, deutlich vor Hamburg und München – und mit großem Abstand vor Auslandszielen wie London, Wien oder Paris.

Der Tourismus in Berlin wächst immer weiter, allem Gerede über die Dauerbaustelle Flughafen und angeblich unbeliebte Touristen zum Trotz. Allein im ersten Halbjahr 2017 kamen 6,2 Millionen Touristen, die es auf 14,7 Millionen Übernachtungen brachten, fast vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Über die Hälfte der Berliner Hotelzimmer buchen Gäste aus Deutschland. Auf Platz zwei stehen die Briten, gefolgt von den US-Amerikanern. Jeder Gast lässt im Schnitt 64,89 Euro pro Tag in der Stadt, so Zahlen der Tourismusagentur Visitberlin für 2016. Was unter anderem zeigt, dass Hotelzimmer in Berlin für eine Hauptstadt immer noch sehr günstig sind.

Die Spree-Metropole ist auch das beste Beispiel für ein Phänomen, das international zu beobachten ist: Overtourism. In immer mehr Orten nerven die vielen Touristen die Einheimischen nicht nur, sie gehen auch dagegen vor. Auf Mallorca gab es Demonstrationen und Straßensperren der Wohnbevölkerung. In manchen Berliner Bezirken werden Gäste angefeindet. Die Hauptstadt will grölende Junggesellenabschiede und volltrunkene Abschlussfahrten am liebsten aus der Stadt verbannen. Gefragt sind mehr Kulturinteressierte, Geschäftsleute sowie Messe- und Kongressbesucher. Die dafür zuständige Wirtschaftssenatorin Ramona Popp (Grüne) will die Touristenströme entzerren und auch für Außenbezirke wie Spandau oder Treptow-Köpenick werben. Fragt sich nur, ob die Urlauber nicht doch lieber zum Brandenburger Tor wollen.

Schön ist es auch zuhause
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel