Zum Auftakt wird sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag in einer kurzen Rede zu den Ereignissen äußern. Zu der einstündigen Debatte hat sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigt.

Steinmeier hatte am Mittwoch in Hanau die gesamte Gesellschaft dazu aufgerufen, die Demokratie zu verteidigen. Diese lebe nicht, weil das Grundgesetz sie verordne, sagte er. Sie lebe und bleibe, wenn ihre Befürworter sie wollten und und sich in ihr engagierten - gegen die, die sie in Frage stellten oder bekämpften. Zugleich forderte der Bundespräsident, mehr dafür zu tun, dass jeder Mensch in Deutschland in Sicherheit und Frieden leben könne. Es sei die Pflicht des Staates, dieses Recht zu schützen.

Bei dem Anschlag hatte ein 43-jähriger Deutscher am Abend des 19. Februar neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Weitere Menschen wurden verletzt. Der Sportschütze soll auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der mutmaßliche Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Bundestagspräsident Schäuble erklärte unmittelbar nach dem Anschlag, solche „Wahnsinnstaten“ geschähen nicht im luftleeren Raum. Sie geschähen vielmehr in einem vergifteten gesellschaftlichen Klima, in dem auf übelste Weise Fremdenfeindlichkeit und abwegigste Verschwörungstheorien geschürt würden. Die Folge sei, dass Minderheiten als Bedrohung empfunden würden und Diskriminierung in zügellosen Hass umkippe.