Kommentar Ellen Hasenkamp zum Wettbewerb um den CDU-Vorsitz Prüfung für die Kandidaten

 Ellen Hasenkamp, Autorenfoto 2018
Ellen Hasenkamp, Autorenfoto 2018 © Foto: Marc Hörger
Berlin / Ellen Hasenkamp 08.11.2018

Wahlen haben meist wenig mit der Vergangenheit und viel mit der Zukunft zu tun. An den Urnen, das wurde vor allem der SPD zuletzt brutal aufgezeigt, werden keine Fleißkärtchen für solide Regierungsarbeit verteilt. Vielmehr befinden Wähler darüber, wem sie für die anstehenden Aufgaben das meiste zutrauen.

Das gilt natürlich auch für innerparteiliche Wahlen. Dabei ist stets auch der Faktor Hoffnung im Spiel. Die 100 Prozent für den damaligen SPD-Parteichef Martin Schulz bestanden vermutlich zu einem ziemlich großen Teil aus genau dieser freudigen Erwartung. Erfüllt wurde sie nicht.

Auf das für sie nahezu unbekannte Feld der Führungsfindung per Abstimmung wagt sich nun auch die CDU. Und auch dabei sollte es möglichst wenig um Verdienste der Vergangenheit und möglichst viel um die Pläne für die Zukunft gehen. Noch sind die Konzepte der drei Hauptkonkurrenten allenfalls in Umrissen erkennbar. Im besten Falle sorgt der Wettstreit um die Parteispitze für eine Ideen-Zufuhr auch über die CDU hinaus, im schlechtesten Falle zerreißt er die Partei. Die Kandidaten sollten es nicht vermasseln.

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