Mit dem Polizeieinsatz in der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen haben die Behörden in Baden-Württemberg nach eigenen Angaben ein klares Signal setzen. Es sei mit darum gegangen, zu verhindern, das in anderen Flüchtlingseinrichtungen der Bundesrepublik der Eindruck entsteht, durch Widerstand könne der Vollzug von Abschiebungen verhindert werden, erklärte der Einsatzleiter Peter Hönle am Donnerstag.

Ein Geschehen wie am Montag dürfe nicht Schule machen, sagte Hönle. „Wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass man die Polizei mit einer organisierten Übermacht in die Flucht schlagen kann, hätte das verheerende Folgen. Deswegen werden wir schauen, in welcher Stärke wir künftig Abschiebungen durchführen – ohne Wenn und Aber.“

Der Chef Deutsche Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, gab zu bedenken: „Es muss auch in Zukunft damit gerechnet werden, dass sich größere Personengruppen gegen Abschiebungen zur Wehr setzen und auch vor der Anwendung massiver Gewalt gegen Einsatzkräfte nicht zurückschrecken.“ Die Asylbewerber wüssten in der Regel, dass sie so gut wie keine Chance hätten, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. „Sie haben also nichts zu verlieren und riskieren deshalb alles.“

Am Montag hatte die Polizei mit vier Beamten in zwei Streifenwagen einen 23-jährigen Mann aus dem westafrikanischen Land Togo in der Flüchtlingsunterkunft für seine angeordnete Abschiebung abholen wollen. Dagegen gingen mehr als 150 Afrikaner teils gewaltsam vor. Die Polizei zog sich notgedrungen zurück. Am Donnerstag rückte sie mit einem Aufgebot von Hunderten Einsatzkräften an.