Wachstum ohne Ende - so sieht die globale Realität zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus. Dieser Befund gilt für die Weltbevölkerung, die Wirtschaft in den Industrie- und Schwellenländern, den Rohstoffverbrauch, die Menge der am Markt verkauften Güter. Wohin das führt? Zu Ressourcenknappheit, Verdrängungswettbewerben, Schuldenkrisen. Die einschlägigen Szenarien sind bekannt.

Dennoch gibt es Auswege aus der scheinbaren Sackgasse immerwährenden Wachstums. Reiner Klingholz, Chef des renommierten Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, plädiert auf der Basis einer faktenreichen Bestandsaufnahme für ein Umdenken, das die Menschheit aus der Sklaverei ewigen Wachstums befreit und den Sinn für die positiven Folgen eines "geplanten Schrumpfens" schärft. Allerdings sieht der Autor auf dem Weg zum "Paradies der Nachhaltigkeit", das in 200 bis 300 Jahren winken soll, massive Krisen für Umwelt, Klima und Weltbevölkerung voraus. Selbst wenn die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die notwendigen Weichen in der nur noch begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit richtig stellen, werden sich schmerzhafte Verwerfungen und Umbrüche nicht vermeiden lassen.

So viel Wahrheit müssen wir uns schon zumuten, bevor wir den verbleibenden Handlungsspielraum zu einem grundlegenden Wandel unserer Wirtschafts-, Arbeits- und Lebenswelt nutzen. Die nachfolgenden Generationen haben einen Anspruch darauf. Info: Reiner Klingholz: Sklaven des Wachstums. Die Geschichte einer Befreiung. Campus Verlag, Frankfurt a.M. 2014. 348 Seiten. 24,99 Euro.