Kommentar Guido Bohsem zur Abspaltung von der AfD Poggenburg-Erfolg wäre ein Wunder

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NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Berliner Redaktion, Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Guido Bohsem 12.01.2019

Mit ein bisschen Phantasie wäre es André Poggenburg gelungen, noch mehr „Deutsches“ in den Titel seiner neuen Partei zu bringen. Sie hätte dann „Deutscher Aufbruch deutscher Patrioten, Mitteldeutschland“ heißen können statt nur „Aufbruch deutscher Patrioten, Mitteldeutschland“. Wie dem auch sei. Vertraut man auf das Gesetz der Regel, wird auch der deutscheste Name nicht helfen, eine nennenswerte Konkurrenzpartei zur AfD zu gründen.

Parteigründer Bernhard Lucke hat es nicht geschafft, die ehemalige Parteichefin Frauke Petry auch nicht. Beide dümpeln mit ihren neuen Organisationen in der Bedeutungslosigkeit. Gelänge dem stramm rechtsgerichteten Poggenburg ein größerer Erfolg, es käme einem Wunder gleich. In welchen Teichen sollte er auch fischen? Die AfD wartet auch weiterhin mit einer ganzen Reihe von führenden Politikern auf, die den rechten und ganz rechten Rand bedienen. Und wem die Bundesspitze zu soft beim Thema Nationales ist, kann sich beim Thüringer Björn Höcke und dessen Anhängern die Seele wärmen.

Nein, von einer Schwächung der AfD vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland kann keine Rede sein. Der Auszug Poggenburgs könnte sich also wie auch der Luckes und Petrys sogar zu einem Erfolg für die AfD wandeln. Schließlich muss sich ihre Führung künftig nicht mehr um dessen rechte Ausfälle bei Reden oder auf Twitter kümmern. Viel wichtiger noch: Durch den Auszug Poggenburgs erhält die AfD sogar ein gutes Beispiel, das ihre Distanz zum rechten Rand der Gesellschaft quasi dokumentiert und ihr womöglich hilft, eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu vermeiden.

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