Kommentar Hajo Zenker zur Verzögerung beim Pflege-Tüv Pflege-Tüv: Mehr Tempo nötig

Hajo Zenker, Autorenfoto
Hajo Zenker, Autorenfoto © Foto: MOZ Gerd Markert
Berlin / Hajo Zenker 29.06.2018

Über die Pflege wird gerade viel gesprochen. Weil es endlich mehr Personal geben soll, aber auch, weil bessere Leistungen und höhere Bezahlung steigende Beiträge in der Pflegeversicherung nach sich ziehen. Weniger im Blickfeld aber ist, dass noch immer viele mit der Frage allein gelassen werden: Welchem Pflegeheim, welchem Pflegedienst vertraue ich meinen Angehörigen an?

Hier sollte ab diesem Jahr ein Pflege-Tüv helfen – ein neuer Pflege-Tüv. Denn die bisherigen Noten suggerierten einen Zustand, der weit von der Realität entfernt ist.

Doch Besserung lässt auf sich warten. Der Pflege-Tüv illustriert, wie festgefahren die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen häufig ist. Es wird lange, lange um einen Kompromiss gerungen, der dann oft nur auf dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner fußt.

Der heutige Gesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Jahren gefordert, der Selbstverwaltung den Pflege-Tüv aus der Hand zu nehmen und rasch etwas Vernünftiges zu installieren. Dazu hat er jetzt die Möglichkeit. Denn die Betroffenen dürfen nicht länger warten. Sie brauchen Klarheit, Wahrheit, Verlässlichkeit – und zwar schnell.

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