Qualitätsprüfung Pflege-Tüv lässt auf sich warten

Berlin / Hajo Zenker 29.06.2018

Wer nach einem guten Pflegeheim oder einem guten Pflegedienst sucht, bleibt noch auf Monate weitgehend auf sich allein gestellt. Denn das 2016 per Gesetz versprochene neue Qualitätsprüfungssystem „spätestens ab 2018“, das den Bürgern als Pflege-Tüv endlich eine echte Orientierungshilfe bieten sollte, gibt es frühestens Mitte 2019. Das teilte gestern Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, mit. Die verspäteten Gutachten zweier Institute müssten erst endgültig fertiggestellt werden. Auf deren Grundlage sollen sich Pflegekassen und -einrichtungen auf das Verfahren einigen, auf das sich die Prüfer dann einstellen müssen.

Beginnen werde man mit den Heimen, für die ambulanten Dienste gehe es Monate später los. Pick versprach, dass eindeutig erkennbar sein soll, welche Pflegequalität beim Pflegebedürftigen tatsächlich ankommt. An zehn Indikatoren soll man die „bewohnerbezogene Qualität“ erkennen können. Die 2009 eingeführten Pflegenoten dagegen würden abgeschafft. Sie werden heftig kritisiert. Grund: Sie beschönigten die Situation, indem etwa schlechte Beurteilungen bei der Pflege durch gute Noten für schöne Eingangsbereiche ausgeglichen wurden. So lag der bundesweite Schnitt bei Pflegediensten und -heimen bei 1,3. Es gibt Beispiele, dass Heime wegen schwerer Mängel geschlossen wurden, die Noten im Einserbereich bekommen hatten.

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