Pflege Pflege-Arbeitgeber hoffen auf Ausländer

Berlin / Hajo Zenker 10.08.2018

Rund 30 000 neue Pflegefachkräfte für Deutschland innerhalb von zwei Jahren hält der Arbeitgeberverband Pflege für möglich. Die eine Hälfte davon, sagte Verbandspräsident Thomas Greiner am Donnerstag in Berlin, könnte aus dem Ausland kommen. Tausende Fachkräfte säßen etwa in Asien oder auf dem Balkan auf gepackten Koffern, um in Deutschland zu arbeiten. Dazu brauche es aber eine zentrale Verantwortung des Bundes für die Anerkennung der Qualifikation, Sprachförderung und schnelle Visa-Erteilung, so die Vertretung der umsatzstärksten privaten Altenpflege-Unternehmen.

Daneben sollten 15 000 bisherige Hilfskräfte weitergebildet werden. Das würde 36 Millionen Euro kosten – „fast ein Taschengeld“. Positive Erfahrungen damit habe es bei einem Projekt in Niedersachsen gegeben, wo Hilfskräfte in 188 Stunden qualifiziert worden seien. Dadurch ließen sich die von der Bundesregierung angestrebten 13 000 zusätzlichen Stellen in der Altenpflege zügig besetzen.

In der Öffentlichkeit gebe es ein falsches Bild von der Altenpflege, sagt Thomas Greiner. Seit acht Jahren würden immer neue Ausbildungsrekorde erreicht. 2017 seien es insgesamt über 68 000 Jugendliche gewesen, die den Beruf erlernt hätten. 2008 hatte es erst 41 000 Azubis gegeben. Zudem sei insgesamt die Zahl der Altenpflegekräfte von 465 000 im Jahr 2013 auf 561 000 im vergangenen Jahr gestiegen.

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