Richter Peter Noll hat Erfahrung mit hochbezahlten Bankern. Zwei der größten Wirtschaftsprozesse in München hat er in den letzten Jahren geführt. Nun wird er den Prozess gegen einige der prominentesten Banker Deutschlands leiten: Vor seiner Strafkammer müssen sich Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer mit zwei weiteren Ex-Managern verantworten. Versuchter Prozessbetrug im Fall Kirch in besonders schwerem Fall, lautet der Vorwurf. Die Angeklagten bestreiten dies.

Auf Noll und seine Kollegen kommt ein XXL-Fall zu - nichts neues für ihn. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn 1989 als Staatsanwalt in München beschäftigte er sich mit Fällen von Groß- und Anlagebetrug. Nach einer Station in Chemnitz ist er seit 2004 Vorsitzender Richter der Wirtschaftsstrafkammer am Münchner Landgericht. Von EM.TV über Infineon bis zu Siemens hat er in etlichen Wirtschaftsprozessen mitgearbeitet. Vergangenen Sommer beendete er den Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mit einem Paukenschlag: Gegen die Rekordsumme von 100 Millionen Dollar wurde der Prozess eingestellt. Trotz monatelanger Beweisaufnahme konnte nicht bewiesen werden, dass Ecclestone den Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, beim Formel-1-Verkauf bestochen hat.

Noll spielt immer wieder darauf an, dass er finanziell in einer anderen Welt lebt als die Banker, die er vor Gericht erlebt. Er sei nun mal ein einfacher Staatsdiener, sagte er im Prozess gegen Ecclestone. Doch eine finanzielle Verbesserung steht auch ihm bevor: Seine Beförderung ans Oberlandesgericht ist beschlossen, der Prozess gegen die Manager der Deutschen Bank ist seine Abschiedsvorstellung am Landgericht.