In den letzten Jahren war es schon ein bisschen ruhig geworden um die Ostermärsche der deutschen Friedensbewegung. Während zur Hochzeit der Antikriegsdemonstrationen in der Bundesrepublik gegen Ende der 1960er Jahre Hunderttausende auf die Straße gingen, wurden 2012 bei allen Aktionen bundesweit nur einige tausend Teilnehmer gezählt. Nun aber erhoffen sich die Initiatoren neuen Schwung durch den Protest gegen die Beschaffung und den Einsatz von Kampfdrohnen bei der Bundeswehr.

In einem Appell von knapp 100 Organisationen, die sich den Ostermärschen von Samstag bis Montag anschließen wollen, heißt es, mit den Kampfdrohnen werde "die Schwelle zu bewaffneten Aggressionen weiter gesenkt", weil durch diese Waffen eigene Gefallene vermieden werden. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich jüngst für die Anschaffung von Kampfdrohnen ausgesprochen.

In Berlin forderte die US-Friedensaktivistin Elsa Rassbach von der Gruppierung "Codepink", Deutschland müsse auch künftig auf den tödlichen Drohneneinsatz verzichten und damit ein Signal an Amerika und andere Nato-Partner senden. Sollte Berlin aber in Kürze ebenfalls mit Kampfdrohnen operieren, werde sich diese Technologie "bald im Rest von Europa ausbreiten". Lühr Henken vom Friedensratschlag bezeichnete de Maizières Haltung als "empörend". Die Tötung mutmaßlicher Terroristen durch Kampfdrohnen erfolge ohne jede Rechtsgrundlage.

Zu Ostermärschen versammeln sich am Wochenende in zahlreichen deutschen Städten Friedensaktivisten und Bürgerrechtler, auch Vereine wie der Chaos Computer Club und die Globalisierungskritiker von Attac beteiligen sich an den Veranstaltungen. In Berlin wollen am Sonnabend einige tausend Menschen vom Potsdamer Platz zum Bundeskanzleramt ziehen. Die Stuttgarter Ostermarschierer fordern: "Zukunft braucht Frieden - auch in Syrien." In München heißt das Motto: "Militäreinsätze beenden! Politik für die Menschen statt für Banken und Konzerne."

Info Ostermarschtermine und -treffpunkte finden sich unter

www.friedenskooperative.de