Gesundheit Organspende: Widmann-Mauz lehnt Neuregelung ab

Tübingen / Volker Rekittke 08.09.2018

Annette Widmann-Mauz, Staatsministerin im Kanzleramt, lehnt eine Widerspruchslösung bei der Organspende ab. Eine solche Änderung hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einigen Tagen vorgeschlagen. Das würde bedeuten, dass alle, die dem nicht ausdrücklich widersprochen haben, nach ihrem Tod zu Organspendern werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag Zustimmung zur Widerspruchslösung signalisiert.

„In einer so persönlichen Frage dürfen wir meines Erachtens Entscheidungen nicht gesetzlich voraussetzen“, sagte Widmann-Mauz dem „Schwäbischen Tagblatt“. „Auch die Tatsache, dass Menschen sich noch nicht entschieden haben, gleichzusetzen mit einer Zustimmung, halte ich für fragwürdig.“

Die CDU-Politikerin begrüßte jedoch die Diskussion über die Frage, „wie wir die Spendenbereitschaft von Organen in der Bevölkerung erhöhen und die Abläufe in den Kliniken verbessern können“.  So sollten Transplantationsbeauftragte im Klinik­alltag mehr Zeit bekommen, um ihre Aufgabe auch wirklich erfüllen zu können. Widmann-Mauz, die zuvor Staatssekretärin im Gesundheitsministerium war, betonte, aus Gesprächen wisse sie, dass auch viele Menschen, die Organe empfangen hätten, großen Wert darauf legten, dass dies ein freiwilliger und selbstbestimmter Akt des Spenders bleibe.

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