USA Oprah Winfrey wird wohl Donald Trump herausfordern

Oprah Winfrey: The next President of the United States of America?
Oprah Winfrey: The next President of the United States of America? © Foto: afp
Washington / Peter De Thier 10.01.2018
Die Entertainerin Oprah Winfrey will nach gegen US-Präsident Trump antreten. Experten glauben, Amerika sei noch nicht reif für eine schwarze Präsidentin.

Mit einer kämpferischen Rede hatte sie stehende Ovationen geerntet. Nun scheint so gut wie sicher, dass die Moderatorin, Entertainerin und Unternehmerin Oprah Winfrey sich um die Nachfolge von US-Präsident Donald Trump bewerben wird.

Niemand hatte damit gerechnet, dass „Oprah“, wie ihre Fangemeinde sie nennt, nach der Golden-Globe-Sonderauszeichnung für ihr Lebenswerk eine Grundsatzrede halten würde, die an Regierungserklärungen großer Präsidenten erinnert. Darin wetterte sie gegen sexuelle Belästigung und Rassendiskriminierung. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich unter dem Hashtag #Oprah2020 Tweets, in denen sie aufgefordert wurde, bei der nächsten Präsidentenwahl ihren Hut in den Ring zu werfen. Winfreys langjähriger Lebensgefährte Stedman Graham sagte, sie sei „absolut bereit“, nun müssen „die Leute entscheiden“. So könnte schon in den nächsten Tagen die offizielle Kandidatur bekanntgegeben werden.

Die Sympathien ihrer Millionen von Fans genießt die 63-Jährige nicht zuletzt, weil sie die amerikanische Erfolgsgeschichte schlechthin verkörpert und als schwarze Frau unüberwindlich erscheinende Hürden genommen hat, um es zu Weltruhm und einem Milliardenvermögen zu bringen. Geboren wurde Winfrey im ländlichen Mississippi als Tochter eines alleinerziehenden Teenagers. Als Kind wurde sie misshandelt, sexuell belästigt, erlitt mit 14 eine Fehlgeburt und war immer wieder ein Opfer von Rassendiskriminierung.

 Während eines Jobs bei einem Radiosender wurde sie zur Nachrichtensprecherin einer lokalen Fernsehstation befördert. Dort begann eine steile Karriere, die von ihrer populären Talkshow über Hollywood-Filme bis zur Gründung ihres Unterhaltungskonzerns „Harpo“ führte. Gleichzeitig spendete die Entertainerin Millionen für wohltätige Zwecke. 2008 rührte sie für den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama die Werbetrommel und trug maßgeblich dazu bei, dass Obama bei den Vorwahlen die deutlich favorisierte Hillary Clinton bezwingen konnte.

Antreten wird sie aller Voraussicht nach als Demokratin. Sicher ist, dass ihre Kandidatur politische Gegner mobilisieren würde. Auch meinen politische Beobachter, dass viele Amerikaner noch nicht bereit sind, eine afro-amerikanische Frau zu wählen. Präsident Donald Trump, der Oprah „eine gute Freundin“ nannte, freut sich offenbar. „Wir begrüßen die Herausforderung“, hieß es in einer Erklärung.

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