Messerattacke Offenburger OB warnt vor Pauschalisierung

Offenburg / Petra Walheim 18.08.2018

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Hausarzt in Offenburg organisieren die AfD und das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ für heute Demonstrationen in der Stadt. Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hatte wenige Stunden nach dem Angriff Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, der grün-schwarzen Landesregierung und der Bundesregierung eine Mitschuld am Tod des Arztes zugesprochen. Grund sei die „verfehlte Migrationspolitik“.

Der geplanten Demonstration der AfD will sich das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ entgegenstellen. „Wir werden kraftvoll und mutig gegen den Rassismus auf die Straße gehen“, sagt Bündnis-Sprecherin Jenny Haas.

Eine Mahnwache, an der Flüchtlinge teilnehmen, die Patienten bei dem getöteten Arzt waren, soll am Mittwoch stattfinden. Organisiert wird sie unter anderem von einem Integrationsmanager. Der Arzt sei einer der wenigen Mediziner in Offenburg gewesen, der bereit gewesen sei, Flüchtlinge in seiner Praxis zu behandeln, sagt der Integrationsmanager. OB Schreiner warnte gestern vor Pauschalisierungen und rief zur Besonnenheit auf.

Einem 26-jährigen Somalier wird vorgeworfen, den Arzt am Donnerstag in dessen Praxis mit Messerstichen getötet und eine Helferin verletzt zu haben. Der Mann sitzt in U-Haft und schweigt. Sein Motiv ist unklar. Er lebt seit November 2015 in Deutschland.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel