Kommentar Özil zeigt wenig Einsicht in seinen Fehler

Die Kritik an Mesut Özil ist berechtigt, findet unsere Redakteurin Elisabeth Zoll.
Die Kritik an Mesut Özil ist berechtigt, findet unsere Redakteurin Elisabeth Zoll. © Foto: SWP
Ulm / Elisabeth Zoll 23.07.2018
Mesut Özil hat etwas nicht verstanden: Der Respekt vor demokratischen Werten ist Ausdruck von Integration.

Wie viel kulturelle Anpassung braucht es, damit ein Deutscher mit ausländischen Wurzeln anerkannt wird?  Mesut Özil, Ex-Nationalspieler, wirft die Frage in seinem geharnischten Rücktrittstweet auf. Fehlendes Einfühlungsvermögen für die innere Standortbestimmung eines Menschen mit ausländischen Wurzeln hält er dem DFB und der Öffentlichkeit vor – und Rassismus. Der maßlos Geschmähte zückt die große Keule.

DFB und Trainerstab haben im Umgang mit der Fotoaffäre gravierende Fehler gemacht. Doch Özil auch. Ein Nationalspieler ist Vorbild. In dieser Funktion sendete eine Botschaft aus, wenn er sich mit der Nähe eines Staatschefs schmückt. Das Treffen mit dem türkischen Präsidenten wirkte verstörend.

Denn Erdogan verantwortet die Verhaftung und berufliche Vernichtung zehntausender Oppositioneller, er unterdrückt Meinungs- und Pressefreiheit und damit Werte, die in Deutschland etwas gelten. Wenn  Özil darüber hinweg sieht, erntet er zurecht Kritik. Der Respekt vor fundamentalen demokratischen Werten gehört zur Integration. Özil hätte das wissen müssen.

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