Bildung OECD-Bericht: Deutschland liegt bei Mint-Fächern vorn

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Mathias Puddig 13.09.2017

In keinem anderen Mitglieds- oder Partnerland der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entscheiden sich so viele junge Menschen für ein Studium oder eine Meister-Ausbildung in einem der Mint-Fächer wie in Deutschland. Als Mint-Fächer werden die Naturwissenschaften, Mathematik, Statistik, Informatik und das Ingenieurswesen zusammengefasst – jene Fächer also, deren Absolventen und Meister auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt sind. Laut OECD haben sich im Jahr 2015 fast 40 Prozent der Anfänger für ein Mint-Fach entschieden. Im OECD-Durchschnitt waren es nur  27 Prozent.

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) reagierte bei der Vorstellung des Berichts „Bildung auf einen Blick“  erfreut auf diese Zahlen. Das Bildungssystem sei „stabil, leistungsfähig und zukunftsweisend“, lobte sie. Susanne Eisenmann (CDU), Bildungsministerin des Landes Baden-Württemberg und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Bildungsstand der jungen Erwachsenen“.

Auch Heino von Meyer, der Leiter der Berliner OECD-Dependance, hob die hervorragenden Beschäftigungschancen für Absolventen in Deutschland hervor. Er goss jedoch auch Wasser in den Wein. So beklagte von Meyer, dass der Anteil der Anfängerinnen im Mint-Bereich mit 28 Prozent leicht unter dem OECD-Durchschnitt liege. Zudem habe Deutschland noch immer einen geringeren Anteil junger Menschen, die die Ausbildung mit einem Handwerksmeister- oder einem Hochschulabschluss beenden. Ein Grund dafür sei zwar das duale System, das zu guten Abschlüssen führe. Warnungen vor einem Akademisierungswahn bezeichnete von Meyer aber als „abwegig“. Zugleich wies er darauf hin, wo es laut OECD in Deutschland außerdem hakt: Das Land liege bei den Bildungsinvestitionen deutlich unter dem OECD-Durchschnitt – und daran habe sich seit einem Jahrzehnt nichts geändert. Vor allem bei Grundschulen gebe es „Luft nach oben“.

Abhängig vom Elternhaus

Das Problem  wird einfach nicht kleiner: Welchen Bildungsabschluss jemand erreicht, hängt in Deutschland stark vom Elternhaus ab. Laut aktuellem OECD-Bericht macht nur ein Viertel der 30- bis 44-Jährigen, deren Eltern keinen Hochschulabschluss oder einen Meisterbrief haben, einen solchen Abschluss. Haben die Eltern akademische Bildung, erhöht sich dieser Anteil auf 60 Prozent. Ähnliche Zahlen wurden auch für die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen ermittelt. Die OECD folgert: „Die Mobilität hat sich über Generationen hinweg nicht verbessert.“ swp

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