NSU-Prozess Zschäpe-Anwalt setzt sein Plädoyer fort

Die Angeklagte Beate Zschäpe steht bei der Fortsetzung des NSU-Prozesses neben  ihrem Anwalt Mathias Grasel im Gerichtssaal.
Die Angeklagte Beate Zschäpe steht bei der Fortsetzung des NSU-Prozesses neben ihrem Anwalt Mathias Grasel im Gerichtssaal. © Foto: Matthias Schrader/dpa
München / dpa 06.06.2018

Das zweite Verteidiger-Team von Beate Zschäpe soll am Mittwoch (9.30 Uhr) seinen Schlussvortrag im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München fortsetzen. Rechtsanwalt Wolfgang Heer hatte mit seinem Plädoyer bereits am Dienstag begonnen und die sofortige Freilassung der mutmaßlichen Rechtsterroristin gefordert. Fraglich ist, ob seine beiden Kollegen Wolfgang Stahl und Anja Sturm schon am Mittwoch zu Wort kommen.

Von den zehn Morden, den Bombenanschlägen und Raubüberfällen, die dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ vorgeworfen werden, sollte Zschäpe laut Herr demnach ebenso freigesprochen werden wie vom Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Zu verurteilen sei sie lediglich wegen einfacher Brandstiftung, sagte der Anwalt - Zschäpe hatte zugegeben, die letzte Fluchtwohnung in Brand gesteckt zu haben.

Zschäpe ist in dem Mammutprozess die Hauptangeklagte. Sie hat eingestanden, fast 14 Jahre mit den beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt zu haben. In dieser Zeit sollen Mundlos und Böhnhardt zehn Menschen in Deutschland ermordet haben. Neun der Opfer waren türkisch- und griechischstämmige Zuwanderer, eines eine Polizistin. Die Motive waren Fremdenhass und Hass auf den Staat. 

Die Bundesanwaltschaft hat für Zschäpe lebenslange Haft beantragt. Ihre beiden Wahlverteidiger halten dagegen eine Gefängnisstrafe von höchstens zehn Jahren für angemessen.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel