NRW-Landtagswahlen NRW-Landtagswahlen: Die große Lindner-Show

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner geht nicht nur in NRW ins Rennen.
Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner geht nicht nur in NRW ins Rennen. © Foto: dpa
Düsseldorf / André Bochow 13.05.2017

Auf einen rasant geschnittenen Wahlwerbespot der FDP hat die nordrhein-westfälische SPD mit einer Parodie reagiert. Die endet mit den Worten: „Christian, es geht nicht nur um Dich“ und lässt auch nicht unerwähnt, dass der FDP-Chef Christian Lindner zwar eine Landtagswahl bestreitet, aber ganz eindeutig bekundet hat, dass es ihn im Anschluss an die Bundestagswahl nach Berlin zieht. Vor allem aber bespöttelt das SPD-Filmchen die One-Man-Show Lindners. Der ist nicht nur FDP-Bundesvorsitzender, Vorsitzender der FDP in NRW, FDP-Fraktionschef in Düsseldorf, FDP-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen und bei der Bundestagswahl – er ist auch der alleinige Darsteller im parodierten Spot. Der allerdings ist im Internet ein Renner. Die Berliner Werbeagentur „Heimat“ zeigt in Bildern den Lindner-Alltag. Dass er im Unterhemd Wahlkampf betreiben würde, bestreitet der Spitzenkandidat, den man mit einem weißen, kurzärmligen Bekleidungsstück auf der Couch sitzen sieht: Es handele sich um ein Sport-T-Shirt. Wichtiger aber ist die Frage, die über dem Kleinkunstwerk prangt: „Haben Sie mal was gemacht, von dem Sie überzeugt waren, dass es richtig ist?“ Die Antwort darauf muss lauten: Auf jeden Fall stand Lindner fest zu den liberalen Themen, egal wie schlimm die medialen Prügel auch immer waren.

Nun zahlt sich die Widerstandskraft aus. In Schleswig-Holstein erzielte die FDP ein sehr gutes Ergebnis. Immerhin steht dort mit Wolfgang Kubicki ein Mann im Mittelpunkt, dessen Ego kaum kleiner sein dürfte, als das Lindners. 11,5 Prozent ist die Vorgabe aus dem Norden und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie, falls die Diskussion um die umstrittene Wahlfinanzierung folgenlos bleibt, durch die FDP in NRW  sogar übertroffen wird.

Thematisch gibt es nicht so viel Neues: In der Steuerpolitik soll „eine Trendwende“ erreicht werden. Mehr Mut zur Marktwirtschaft, gegen staatliche Überregulierung, mehr Investitionen, vor allem in Bildung, Digitalisierung und ein Einwanderungsgesetz – alles schon mal gehört. Doch die FDP hat sich sehr erfolgreich das Image einer Modernisierungspartei zugelegt. Und noch wichtiger: Unter Lindner ist sie bei Wahlen nicht mehr Anhängsel der CDU.

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