Dresden NPD-Attacke gegen Flüchtlinge in Dresden

Aggression in Dresden: NPD-Anhänger brüllen Polizisten an, die ein Zeltlager für Flüchtlinge beschützen.
Aggression in Dresden: NPD-Anhänger brüllen Polizisten an, die ein Zeltlager für Flüchtlinge beschützen. © Foto: Imago
Dresden / EPD 27.07.2015
In Dresden muss die Polizei seit dem Wochenende eine Zeltstadt für Flüchtlinge bewachen. Grund sind gewaltsame Zusammenstöße.

In der sächsischen Landeshaupt war am Freitag wegen der stark steigenden Asylbewerber-Zahlen mit dem Aufbau einer Zeltstadt für bis zu 1100 Flüchtlinge begonnen worden. Schon den Aufbau durch DRK-Mitarbeiter hatten Asylgegner behindert und die Helfer teilweise angegriffen. Am Abend demonstrierten Anhänger der rechtsextremen NPD vor dem Lager. Dabei kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Asylbefürwortern, es flogen Feuerwerkskörper und Flaschen. Es gab es drei Verletzte.

Auf beiden Seiten standen sich mehrere hundert Menschen gegenüber. Die Polizei gab die Zahl der Asylbefürworter mit 350 Personen, die der NPD-Kundgebungsteilnehmer mit 200 an. Seither schützt die Polizei das Flüchtlingslager. Die Beamten könnten im Falle neuerlicher Zwischenfälle schnell reagieren, sagte ein Polizeisprecher.

Staatskanzlei-Chef Fritz Jaeckel (CDU) machte am Wochenende deutlich, dass die Angreifer mit Konsequenzen zu rechnen hätten. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit würden nicht geduldet. Auch der sächsische CDU-Innenpolitiker Christian Hartmann verurteilte die Angriffe der Asylgegner auf DRK-Helfer, Gegendemonstranten und Polizisten scharf. Der CDU-Innenexperte nannte es zudem traurig, dass syrische Kriegsflüchtlinge und Helfer in Dresden von der Polizei beschützt werden müssten.

Die Grünen im sächsischen Landtag erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die nach eigener Darstellung mit etwa 50 Beamten im Einsatz war. Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann sagte, die Polizei habe die Lage angesichts der erwarteten Proteste vollkommen unterschätzt. Die minimale Polizeipräsenz sei "fahrlässig und unverantwortlich".

Auch in Thüringen wurden am Wochenende vier Asylbewerber aus Syrien angegriffen und auf dem Heimweg zu ihrer Asylunterkunft zusammengeschlagen. Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter im Alter von 18, 23 und 26 Jahren festnehmen und vermutet ausländerfeindliche Motive.

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