Kommentar Helmut Schneider über Negativzinsen für Sozialkassen Nicht auf dem Schirm

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Ulm / Helmut Schneider 31.07.2018

Bei der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verhält es sich wie mit den meisten Dingen – sie hat zwei Seiten: Für Kreditnehmer ist sie gut, für Kreditgeber und Sparer ist sie schlecht. Entscheidend ist die Gesamtbilanz.

Die Sozialkassen sind riesige Geldsammelstellen. Wie alle anderen müssen sie für das Aufbewahren ihres Kapitals bei der Zentralbank teilweise Negativzinsen bezahlen. Im Vergleich zum Gesamt­volumen, um das es bei Krankenkassen, Renten- oder Arbeitslosenversicherung geht, sind dies geringe Summen. Bitte kein falscher Alarm: Das Sozialsystem wird von der Geldpolitik der EZB  nicht bedroht.

Trotzdem sollte die EZB die Zeit des billigen Geldes früher beenden. Je länger sie andauert, desto größer sind die Nebenwirkungen – zum Beispiel die Zinsverluste der Sozialkassen. Letztlich landen solche Verluste immer auch beim Verbraucher.

Eine zweite Konsequenz wäre überlegenswert. Die Sozialversicherung sollte mehr Spielraum bei der Wahl ihrer Geldanlage haben. Man hat ihr aus Gründen der Sicherheit enge Grenzen gesetzt. Das Risiko niedriger Zinsen hatte niemand auf dem Schirm.

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