Abgasskandal Neue Angebote für Besitzer älterer Diesel-Autos

afp/dpa 01.10.2018

Neue Angebote zum Schutz vor Diesel-Fahrverboten sollen Autobesitzern in vielen Regionen zugute kommen. Dies kündigte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an. Umtauschprämien, um ältere Diesel durch sauberere Wagen zu ersetzen, sollen mehr Pkw betreffen als geplant: „Es wird an einer Lösung gearbeitet, die nicht nur auf wenige betroffene Städte ausgerichtet ist.“

Das Umweltministerium pochte darauf, auch technische Nachrüstungen älterer Diesel Pendlern zu ermöglichen, die weiter als 70 Kilometer entfernt von den 14 belasteten Städten wohnen. Heute Abend wollen Union und SPD sich im Koalitionsausschuss auf ein Paket zum Dieselskandal einigen.

Die deutschen Hersteller haben Kunden Prämien von 3000 bis 10 000 Euro angeboten, wenn sie ältere Diesel der Normen Euro 4 und 5 durch einen moderneren Diesel oder Benziner ersetzen – neu oder gebraucht. Zu den 14 Städten, in denen laut Umweltbundesamt die Belastung mit Stickstoffdioxid 2017 mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gehören: München, Stuttgart, Reutlingen, Düsseldorf, Heilbronn, Backnang und Ludwigsburg.

Die Verbraucherzentralen dringen auf großflächigere Regelungen. Angebote, die Fahrverbotszonen wie in Frankfurt oder Berlin ausschlössen, wären Flickschusterei und Hohn gegenüber betroffenen Fahrern. Die Grünen verlangten rasche Klarheit für Umbauten an Motoren älterer Autos.  Ein Prämien-Programm für neue Fahrzeuge sei nicht zielführend. „Davon profitieren nur diejenigen, die sich ein neues Auto leisten können. Jede normale Familie bleibe auf dem alten Diesel sitzen.

Bei möglichen Umbauten an Motoren gab es noch offene Fragen. Die Autobauer waren bisher nicht bereit, die Kosten zu tragen. Umwelt-Staatssekretär Florian Pronold (SPD) forderte die Industrie auf, deutliche Schritte auf die Autobesitzer zu zumachen.

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