Islamisten Netzwerk von IS-Anwerbern zerschlagen - Top-Islamist gefasst

dpa 09.11.2016

Schlag gegen Top-Islamisten: Die Sicherheitsbehörden haben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz IS in Deutschland festgenommen. Unter ihnen ist auch der 32 Jahre alte Iraker Abu Walaa, der als prägende Figur der bundesweit einflussreichen Islamisten-Szene in Hildesheim gilt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wertete die Verhaftungen als „wichtigen Erfolg“. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sprach von einem wichtigen „Schlag gegen die Chef­ideologen der salafistischen Szene in Deutschland“.

Die fünf Männer wurden nach monatelangen Ermittlungen am Dienstagmorgen in Dortmund, Duisburg und an nicht genannten Orten in Niedersachsen verhaftet. Sie sollen nach Angaben der Bundesanwaltschaft Freiwillige für den Islamischen Staat (IS) rekrutiert haben. Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland gibt es demnach nicht.

Zwei der fünf Männer wurden noch am Dienstag in Untersuchungshaft genommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die drei anderen IS-Verdächtigen, darunter Abu Walaa, sollen am heutigen Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Die Haftbefehle waren bereits am 26. Oktober ausgestellt worden.

Abu Walaa war demnach die zentrale Figur des Netzwerks. Er bekenne sich offen zum IS und sei bei zahlreichen salafistischen Veranstaltungen als Redner aufgetreten. Er predigte auch in der Moschee des „Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim“ (DIK). Ihm sei es vorbehalten gewesen, Ausreisen zu billigen und zu organisieren, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Das Netzwerk habe nachweislich einen jungen Mann samt seiner Familie zum IS nach Syrien geschleust. Die Anti-Terror-Aktion geht auf die Aussage eines Syrien-Rückkehrers zurück. „Der Hinweisgeber hat erklärt, wie das Netzwerk funktioniert“, sagte NRW-Innenminister Jäger. dpa

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