Kommentar Peter DeThier zur Neuordnung der Nafta Nafta: Sinnvolle Nachbesserung

Peter De Thier
Peter De Thier © Foto: privat
Washington / Peter De Thier 29.08.2018

US-Präsident Donald Trump setzt seine Serie an Alleingängen  fort: Er verkündete den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen, kippte das Nuklearabkommen mit dem Iran und erschütterte die Weltmärkte mit Stahl- und Aluminiumzöllen gegen die wichtigsten Handelspartner. Nun will Trump die nordamerikanische Freihandelszone Nafta auflösen und neu gestalten. Fraglos geht es dem Präsidenten, der seine Entscheidungen danach ausrichtet, wie er seine Basis bei Laune halten kann, um Arbeitsplätze in der US-Industrie.

In der Tat hatte der damalige Präsident Bill Clinton versprochen, dass Nafta zu einem Stellenboom  führen würde und man Rekordüberschüsse gegenüber Mexiko verbuchen werde. Eingetreten ist aber das Gegenteil: Hersteller verlagerten ihre Produktion in den südlichen Nachbarstaat, wo die Löhne deutlich niedriger sind, und aus einem US-Überschuss wurde ein wachsendes Defizit von über 70 Milliarden Dollar.

Zieht Kanada bei der Neuordnung mit, und bleiben Lieferketten intakt,  wäre auch der deutschen Industrie gedient, vor allem den Autobauern. Ihnen könnte allerdings der höhere regionale Anteil, der nun vorgeschrieben wird, Probleme bereiten. Natürlich drängt sich bei Trump immer der Verdacht auf, er wolle von anderen Problemen ablenken. Etwa von der Arbeit des Sonderermittlers Robert Mueller und der Tatsache, dass dieser dem Finanzchef von Trumps Firmenimperium für dessen Kooperation Straffreiheit zugesichert hat. Dennoch: Rein ökonomisch gesehen ist eine Nachbesserung des Nafta-Abkommens sinnvoll und könnte in Nordamerika, aber auch in Europa ­positive Wirkung entfalten.

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