Istanbul Nach Petition: Türkei verhaftet 18 Akademiker

Istanbul / DPA 16.01.2016
Nach der Unterzeichnung einer Petition, die scharfe Kritik am Vorgehen der Regierung in den Kurdengebieten der Türkei übte, sind mindestens 18 Akademiker festgenommen worden.

Nach weiteren sieben Wissenschaftlern der Universität in Kocaeli östlich von Istanbul werde gefahndet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Staatsanwaltschaft werfe ihnen unter anderem "Propaganda für eine Terrororganisation" vor. Gemeint ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, gegen die die Armee in der Südosttürkei seit einem Monat mit einer Offensive vorgeht.

Der Sender CNN Türk berichtete, in Bolu in der Schwarzmeerregion habe die Polizei Wohnungen von drei Unterzeichnern der Petition durchsucht und Computer beschlagnahmt. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, in der südtürkischen Stadt Mersin werde gegen 20 Unterstützer des Aufrufs ermittelt.

In dem am Montag veröffentlichten und von mehr als 1000 Akademikern unterzeichneten Aufruf wird der islamisch-konservativen Regierung eine "Vernichtungs- und Vertreibungspolitik" im kurdisch geprägten Südosten der Türkei vorgeworfen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Intellektuellen, die sowohl aus der Türkei als auch aus dem Ausland kommen, daraufhin am Donnerstag als "Bande, die sich selbst Akademiker nennt" bezeichnet.

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