Kommentar Elisabeth Zoll zur Politik der Ditib Muslimverband Ditib hat sich selbst geschadet

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Elisabeth Zoll 01.10.2018

Der Moscheeverband Ditib hat eine große Chance vertan. Statt die Einweihung der Zentralmoschee in Köln zu einem Zeichen des Miteinanders zu machen und die repräsentative Gebetsstätte als Ort der Begegnung vorzustellen, nutzt der Verband den Anlass zur Abgrenzung: Wir bleiben unter uns, orientieren uns an unseren Autoritäten: dem türkischen Präsidenten Erdogan.

Der Affront ist groß, der Schaden riesig – auch für jenen Teil türkischer Muslime und Ditib-Verbände, die Recep Erdogan kritisch gegenüberstehen. Was in Jahren an Vertrauen aufgebaut wurde, wurde binnen weniger Stunden von Verantwortlichen in Köln zerstört. Auch das Engagement deutscher  Kommunalpolitiker für das Gebetshaus wurde im Nachgang mit Missachtung quittiert. Diese Botschaft wird in jeder Stadt, bei jedem Baugesuch für eine Ditib-Moschee erinnert werden.

Als Partner der deutschen Zivilgesellschaft hat sich die Ditib-Zentrale in Köln am Wochenende disqualifiziert. Die Verbandsspitze versteht sich als Nebenstelle türkischer Politik. Deshalb muss die deutsche Seite kritischer denn je ihre Machenschaften unter die Lupe nehmen.  

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