Meinung Kommentar zum zum Handyverbot an Schulen

Mathias Puddig.
Mathias Puddig. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Pho
Berlin / Mathias Puddig 31.07.2018
Frankreich verbietet Smartphones an Schulen. Das ist der falsche Weg. Ein zukunftsweisender Unterricht sollte den richtigen Umgang lehren.

Emmanuel Macron macht also Ernst. Künftig soll es an französischen Schulen ein strenges Verbot digitaler Geräte geben, zumindest für Schüler bis 15 Jahre. Das französische Bildungssystem soll so ins 21. Jahrhundert befördert werden, verspricht Bildungsminister Jean-Michel Blanquer. Man fragt sich nur, wie das gehen soll. Denn kaum ein Gesetz könnte von der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen weiter weg sein. So gut wie jeder Schüler besitzt heute ein Smartphone. Die meisten können es hervorragend bedienen, viele müssen aber noch lernen, damit umzugehen.

Denn die Klagen sind ja nicht unbegründet: Viele Schüler lassen sich allzu leicht ablenken und sind unkonzentriert. Mit einem Verbot kommt man dagegen aber nicht an. Besser wäre es, den kompetenten und mündigen Umgang mit digitaler Technik zum Teil des Unterrichts zu machen. Deshalb gehört das Smartphone auch auf den Schultisch. Dorthin, wo früher der Taschenrechner lag – nur, dass es nach der Mathestunde nicht verschwindet, sondern in allen Fächern eingesetzt wird. Es wäre verfehlt, darauf zu verzichten. Denn das hieße, dass ausgerechnet der Ort, der den Nachwuchs auf die Zukunft vorbereiten soll, ihnen wichtige Fähigkeiten verweigert, die sie in Zukunft brauchen.

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