Bischof Moralisch vorbestraft: Tebartz-van Elst

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Hamburg / ELISABETH ZOLL 19.11.2013
Der Makel bleibt. Obwohl sich der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nun nicht mehr vor dem Amtsgericht Hamburg wegen seiner Falschaussage zu einem Indien-Flug verantworten muss, hat er seine Glaubwürdigkeit verspielt. Ein Kommentar

Der Makel bleibt. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst muss sich nun nicht mehr vor dem Amtsgericht Hamburg wegen seiner Falschaussage zu einem Indien-Flug verantworten. Dieses demütigende Schaulaufen hat die Hamburger Justiz dem Kirchenmann durch die Geldauflage in Höhe von 20.000 Euro erspart. Doch aus dem Schneider ist der Bischof damit nicht. Auch wenn die Juristen die eidesstattliche Falschaussage als ein minderschweres Vergehen eingestuft haben, am Bischof kleben bleibt, dass er zuerst die Unwahrheit sagte und diese mit einer weiteren Lüge ins rechte Licht zu rücken versuchte. Man wird ihm diesen Fehler wohl nie vergessen. Moralisch bleibt er vorbestraft, möglicherweise auch für Rom.

Weil der Ruf des Kirchenmannes durch eigenes Zutun schon ruiniert ist, ließen die Richter Milde walten. Sie wollten einem Fallenden nicht noch Tritte geben. Es ist eine großmütige Geste der Justiz. Sie erspart Tebartz-van Elst Erniedrigung. Doch den Weg zurück auf den Domberg von Limburg ebnet er nicht.

Tebartz-van Elst hat in den vergangenen Jahren auf vielen Feldern Glaubwürdigkeit verspielt: mit seinem autokratischen Führungsstil, mit seiner Prunksucht. Die massenhaften Kirchenaustritte der vergangenen Monate sind Ausdruck dafür, dass Gläubigen jedes Verständnis für diesen Bischof fehlt. Auch Gremien, wie gerade die Diözesanversammlung, sagen laut, dass sie sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen können. Tebartz-van Elst scheitert im Bischofsamt nicht wegen eines einzelnen Fehlers. Es ist die Summe, die aus einem selbstherrlichen Amtsverständnis rührt.

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