"Die Beteiligung von Mitarbeitern an Gewinn und Kapital ist für uns ein zentrales Anliegen", hieß es vollmundig im CDU/CSU-Programm zur Bundestagswahl 2013. Sie wollten die Rahmenbedingungen bei Steuer und Sozialversicherung "prüfen und schrittweise attraktiver ausgestalten". Bei der SPD hieß es kurz und knackig: "Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist ein Schlüssel, um Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Wir wollen sie weiter ausbauen." Doch im Koalitionsvertrag taucht dieses Thema nicht auf - zum großen Kummer seiner Protagonisten.

Die letzten gesetzlichen Verbesserungen traten am 1. April 2009 in Kraft, auch damals beschlossen von einer großen Koalition, und das nach einer langen Diskussion. Losgetreten hatte sie der damalige Bundespräsident Horst Köhler: "In der Globalisierung können solche Kapitalbeteiligungen dazu beitragen, einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken", sagte er Ende 2005 in einem Interview. Daraufhin schlug unter anderem der damalige SPD-Chef Kurt Beck einen "Deutschlandfonds" als bundesweite Kapitalsammelstelle vor. Er sollte Unternehmen Geld zur Verfügung stellen und durch die Risikostreuung die Gefahr des Kapitalverlusts bei einer Pleite vermindern. Doch letztlich wurde dies nicht realisiert.

Vielmehr wurde der Betrag, bis zu dem Mitarbeiter Anteile an ihrem Unternehmen direkt oder über Mitarbeiterfonds steuer- und abgabenfrei übernehmen können, von 135 auf 360 Euro im Jahr erhöht. Zudem gibt es mehr Förderung nach dem Vermögensbildungsgesetz: Die staatliche Sparzulage stieg von 18 auf 20 Prozent bei einem Anlagebetrag von maximal 400 Euro. Die Einkommensgrenze kletterte von 17.900 auf 20.000 Euro für Ledige (Verheiratete das Doppelte).

Die neuesten Zahlen aus der Praxis stammen von 2009: Damals bot nur ein Prozent der Betriebe eine Kapital-, aber neun Prozent eine Gewinnbeteiligung, ergab eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.