Nürnberg Mit Respekt zum Glück

Nürnberg / JULIANE BAUMGARTEN 03.03.2012
Verheiratete sind glücklicher als Unverheiratete. Das besagt eine Studie. Doch ein Glücksforscher hält den Trauschein nicht für relevant.

Jeder erinnert sich noch an die Schlachten, die sich Kathleen Turner und Michael Douglas im Hollywood-Klassiker "Rosenkrieg" lieferten. Die tote Katze und der Absturz mit dem Kronleuchter nur als grausame Höhepunkte herausgegriffen.

Frust und zunehmender Hass auf den Partner scheinen demnach unausweichlich. Da ist einem die Lust aufs Heiraten erstmal vergangen - denn es führt offenbar schnurstracks ins Unglück. Nun belegt eine Studie das Gegenteil: Menschen mit Trauschein in der Tasche sind wesentlich glücklicher als diejenigen ohne einen solchen. Das Marktforschungsinstitut Ipsos hat herausgefunden, dass jeder fünfte verheiratete Deutsche "sehr glücklich" mit seinem Leben ist. Genaugenommen sind es sogar ganze 22 Prozent. Bei den Unverheirateten fallen die Zahlen weniger beglückend aus: Von ihnen sind nur 13 Prozent wirklich happy.

Woran aber liegt es, dass der Gang vor den Altar solch signifikanten Einfluss auf die Gemütslage hat? Und ist dieser Zusammenhang nicht überraschend, man denke nur an den "Rosenkrieg"? Nein, sagt der Nürnberger Glücksforscher Professor Karlheinz Ruckriegel. "Es ist bekannt, dass soziale Beziehungen der Glücksbringer schlechthin sind." Nicht das Einkommen - wie viele wohl meinen mögen -, sondern das gute persönliche Umfeld sind wichtig für die Zufriedenheit und damit das Glücksempfinden.

Allerdings hält Ruckriegel die Partnerschaft an sich für entscheidend, nicht den Trauschein. Weder weißes Kleid, Pferdekutsche noch Ehevertrag setzen also auf Dauer Glückshormone frei. Wesentlich sei vielmehr, dass Menschen sich Zuneigung und Respekt entgegenbringen und öfter mal etwas Neues miteinander erleben.

Auch für Singles hat Glücksexperte Ruckriegel Tipps, wie das Glas doch halbvoll sein kann: Optimismus trainieren (auch ich werde den Richtigen oder die Richtige noch finden), Grübeleien vermeiden (und was, wenn nicht?) und sich erreichbare Ziele stecken (es muss nicht unbedingt George Clooney oder Jennifer Lopez sein). Wenn das alles nicht hilft: Einfach an Kathleen Turner und Michael Douglas denken! Auch so kann eine Ehe enden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel