Gesundheit Minister wollen verständlichen Patientenbrief

Berlin / Hajo Zenker 22.06.2018

Für jeden Patienten verständliche Auskünfte vom Arzt – das fordern die Gesundheitsminister der Länder. So soll es nach der Entlassung aus der Klinik einen leicht verständlichen Patientenbrief geben. Es sei wichtig, „dass die Menschen verstehen, um was es geht“, sagte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz.

Die Minister wollen, dass Patienten wichtige Informationen zu Untersuchungen und nötigen Behandlungen nicht nur mündlich erhalten. Zudem sagten sie Fachchinesisch den Kampf an. Im ersten Schritt sollen Bürger nach jedem Krankenhausaufenthalt einen verständlichen Patientenbrief bekommen. Bisher gibt es häufig nur einen Brief in Fachsprache für den Hausarzt.

Die Begeisterung der Ärzte hält sich in Grenzen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verweist auf die Internetseite von „Was hab‘ ich?“. Dort habe jeder die Möglichkeit, für Patienten verständliche Informationen einzuholen, so Sprecher Roland Stahl. Zwar sei es für Ärzte „grundsätzlich richtig, adäquate Informationen für Patienten aufzubereiten, jedoch ist eine Abwägung mit dem Aufwand vorzunehmen“. Auch bei den Krankenkassen klingt Skepsis an. Immer dann, wenn Informationen zwischen Ärzten und Patienten ausgetauscht werden sollen, sei „das direkte Gespräch der Goldstandard“, so Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel