Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat Verbraucher und Einzelhandel dazu aufgerufen, bei Kakao, Bananen oder Kaffee auf eine Produktion zu besseren Arbeitsbedingungen zu achten. Auf der Internationalen Grünen Woche lobte er die Initiative des Discounters Lidl, der künftig nur noch fair gehandelte Bananen anbieten will. Müller kritisierte zugleich die Reaktion von manchem Mitbewerber.

Namen nannte der Minister nicht, er sprach auf einer Veranstaltung seines Ministerium von einem „Anbieter, von dem es einen Nord -und einen Südableger gibt“ und der auf die Lidl-Initiative mit Preiskampf reagiert habe. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE sagte Müller dazu: „Wer, wie es eine deutsche Handelskette gerade tut, das Kilo Bananen für 89 Cent anbietet, nimmt die Armut von Familien und Kindern in Kolumbien oder Ecuador in Kauf.“ Müller stellte zudem gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für nachhaltigen Kakao vor. Langfristig sollen 100 Prozent der in Deutschland verkauften kakaohaltigen Endprodukte aus nachhaltigem Anbau stammen. Bislang sind es 60 Prozent.

„Schokolade ist die Lieblingssüßigkeit der Deutschen. Aber Schokolade hat immer noch eine bittere Seite“, so Müller. „Hungerlöhne, Armut, Kinderarbeit und Abholzung der Regenwälder müssen endlich der Vergangenheit angehören