Es begann bei seiner Amtseinführung. Der Grund für den Groll: Die meisten großen Zeitungen hatten im Präsidenten-Wahlkampf Zemans Widersacher Karel Schwarzenberg die Daumen gedrückt. Seither hat das Staatsoberhaupt einen Brass auf Journalisten und lässt keine Gelegenheit aus, sie als "Deppen" oder "Idioten" zu geißeln.

Ungerecht behandelt fühlt sich Zeman aber nicht nur von der vorwiegend liberalen Presse, sondern auch vom öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Ceska televize (CT). Eher kurz wird dort über den Besuch Zemans irgendwo in der Provinz berichtet. Auf einer Reise nach Westböhmen hat er nun Klartext geredet: "CT erfüllt nicht seine öffentlich-rechtliche Funktion." Der Sender sei auf das Niveau eines schlechten Privatsenders gesunken. Der Präsident empfahl, CT den Geldhahn zuzudrehen. Die Gebühren könnten sinnvolleren Dingen zugeführt werden, etwa "dem Gesundheitswesen, der Bildung oder dem sozialen Bereich".

Zeman wusste, was er verlangte: Über Gebühren finanziert sich CT zu mehr als 80 Prozent. Fielen die weg, müsste der einzige öffentlich-rechtliche Kanal dichtmachen. Vergangenen Samstag wurde diese Forderung vor der Prager Burg von 1500 Zeman-Fans unterstützt, die extra aus dem ganzen Land mit Bussen nach Prag gekarrt worden waren. Sie warfen CT etwa im Ukraine-Krieg Parteinahme gegen Putin vor. Der Aufmarsch erinnerte an Pegida-Kundgebungen in Dresden.

CT empfindet die Attacke als "beispiellos". Zeitungen erinnern an das Jahr 2000. Da versuchte Zeman, CT das Licht auszublasen. Damals wurde dies durch eine Großdemonstration verhindert. Die Zeitung "Lidove noviny"" schrieb jetzt, es sei Zeit, dass sich die Zeman-Gegner erneut zur Wehr setzten.