Kommentar Guido Bohsem zur Reform der Mietpreisbremse Mietpreisbremse: Nur ein Baustein

Guido Bohsem, Autorenfoto
Guido Bohsem, Autorenfoto © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Guido Bohsem 06.09.2018

Nein, bei der neuen Mietpreisbremse handelt es sich nicht um einen Quantensprung, auch wenn die zuständige Katarina Barley das gerne so hätte. Beim zweiten Versuch der großen Koalition, die steigenden Mieten vor allem in den großen Universitätsstädten unter Kontrolle zu bringen, geht es darum, die Schwächen des ersten Anlaufs auszubügeln.

Ob die schärfere Bremse nun auch anzieht, darüber lässt sich trefflich streiten. Skepsis ist angebracht, schafft sie doch weder mehr Wohnungen noch mindert sie die enorm steigende Nachfrage.  Wer es sich leisten kann, ignoriert die Mietpreisbremse, wenn er partout diese eine Wohnung in der Innenstadt will. Für die weniger gut verdienenden Menschen bleibt der kleine Rest.

Nein, eine schnelle Lösung des Problems gibt es nicht, wenn immer mehr Leute das Land verlassen und in der Stadt leben möchten. Um den Andrang zu meistern, müssen die Städte wachsen – und zwar am Rand. Dazu braucht es neue Nahverkehrskonzepte und umweltverträgliche Angebote für Pendler. Mit einem Quantensprung ist das nicht zu schaffen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel