Zur Person Michelle Bachelet geht zur Uno

 (FILES) In this file photo taken on March 11, 2018 ,Chilean outgoing President Michelle Bachelet arrives at the Congress in Valparaiso, to hand over power to President-elect Sebastian Pinera. - The UN General Assembly on August 10, 2018, approved the appointment of Bachelet to be the world body's next human rights chief. (Photo by PABLO VERA LISPERGUER / AFP)
(FILES) In this file photo taken on March 11, 2018 ,Chilean outgoing President Michelle Bachelet arrives at the Congress in Valparaiso, to hand over power to President-elect Sebastian Pinera. - The UN General Assembly on August 10, 2018, approved the appointment of Bachelet to be the world body's next human rights chief. (Photo by PABLO VERA LISPERGUER / AFP) © Foto: PABLO VERA LISPERGUER
Genf / Tobias Käufer 14.08.2018

Sie steht für eine der wohl ungewöhnlichsten Karrieren in der lateinamerikanischen Politik. Michelle Bachelet (66), Kinderärztin und zweimalige Präsidentin Chiles, wird neue UN-Menschenrechtskommissarin.

Bachelet hat am eigenen Leib erlebt, was es heißt, Opfer einer Diktatur zu werden. „Mein Kopf steckte in einer Kapuze und man hat mich beleidigt, bedroht, auch mal geschlagen. Aber der Grill ist mir erspart geblieben“, berichtete Bachelet über die Erfahrungen während der chilenischen Militärdiktatur. Der Grill war ein gefürchtetes Foltergerät: ein Bettgestell für Elektroschocks. Ihr Vater, loyal zum sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stehend, hatte weniger Glück: Er wurde nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 inhaftiert und starb an den Folgen von Folter. Bachelet ging ins Exil in die DDR. Am Herder-Institut der Universität Leipzig lernte sie Deutsch. An der Humboldt-Universität Berlin studierte sie Medizin. Bis heute hat sie Freunde aus dieser Zeit.

Zurück in Chile machte die Kinderärztin und Atheistin als Politikerin Karriere: Erst als Verteidigungsministerin, später als Präsidentin. Ihre erste Präsidentschaft von 2006 bis 2010 galt als die erfolgreichste Zeit. Eine Frau und Sozialistin an der Spitze eines einst von Militärs geführten Landes war der sichtbare Wendepunkt in der chilenischen Geschichte. Weil die Verfassung nur eine Amtszeit zulässt, musste sie bis 2014 auf ihre zweite Kandidatur warten. Wieder ein strahlender Wahlsieg. Danach litt ihr Ruf. Schuld war ein Korruptionsskandal in der eigenen Familie.

Ihre Kritiker werfen ihr vor, wegen ihrer DDR-Zeit gegenüber Linksdiktaturen in Nicaragua, Venezuela und Kuba zu nachsichtig zu sein. Dass die ersten Glückwünsche zur neuen Aufgabe aus Caracas und Havanna kamen, überrascht nicht.

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