Kommentar Merkel: Start mit Schönheitsfehler

Berlin / Ellen Hasenkamp 14.03.2018
Gut 30 Stimmen fehlten Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Wiederwahl. Doch zählen wird am Ende, was sie von jetzt an macht.

„Klare Wahl, reibungsloser Start“, twitterte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer umgehend. Nun ja. Gerade mal neun Stimmen mehr als nötig bekam Angela Merkel bei ihrer vierten Wahl zur Bundeskanzlerin. Gut 30 Stimmen weniger, als nach Koalitionsmehrheit möglich gewesen wären. So richtig reibungslos ist Merkel also nicht in ihre vierte Amtszeit gestartet. Aber das war auch nicht zu erwarten. Und ist auch nicht wirklich schlimm.

Auch bei früheren Wahlen fehlten Merkel stets Stimmen aus den eigenen Reihen. Gehalten haben alle ihre Koalitionen.

Das Resultat vom Mittwoch ist auch ein Nachhall der langen und schwierigen Koalitionsbildung. Um die Regierungsverantwortung gerissen hat sich in Deutschland niemand nach dem Wahlsonntag im September. Das ist schade, und die Kanzlerin hat durchaus recht, wenn sie „eine Portion Freude“ an der Regierungsarbeit einfordert. Eine Koalition der zusammengebissenen Zähne sollte es nun nicht werden.

Zählen wird in den kommenden Jahren aber nicht das Ergebnis der Kanzlerinnenwahl. Zählen wird, was CDU, CSU und SPD gemeinsam umsetzen werden. Die Liste der Aufgaben ist lang.

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