Kommentar Ellen Hasenkamp zum Rätselraten über Angela Merkels Verbleib Merkel: Recht auf Abtauchen

Ellen Hasenkamp
Ellen Hasenkamp © Foto: Marc Hörger
Berlin / Ellen Hasenkamp 02.08.2018

Wo ist Merkel? So hieß es vor ein paar Monaten. Es war Winter, einigermaßen kalt und Deutschland auf der Suche nach einer Regierung. Eigentlich lauteten die Fragen: Wo steht Merkel? Was will sie? Was tut sie, um dem Land wieder zu einer Führung zu verhelfen? Die Regierungs- und Parteichefin musste Antworten geben.

Jetzt fragen einige wieder: Wo ist Merkel? Doch diesmal geht es nicht um Politik, sondern um Privates. Und da gibt es nun mal kein Recht auf Antworten.

Die Kanzlerin hat sich in die Ferien verabschiedet, so viel ist klar. Auf ihrer Sommerpressekonferenz bekannte sie, sich auf ein paar Tage Urlaub und Ausschlafen zu freuen. Es war ja auch einiges los in den vergangenen Monaten: Koalitionsverhandlungen, Gipfeltreffen, Regierungskrise und immer wieder Trump... Nicht wenige machten übrigens die Eskalation des Flüchtlingsstreits an der Erholungsbedürftigkeit aller Beteiligten fest. Von daher: Gut so, wenn nun nach Kräften ausgespannt wird.

Wo sich Merkel vom Stress erholt, ist nicht ganz klar, aber auch nicht so wichtig. Ihr Telefon wird ohnehin angeschaltet bleiben. In Südtirol, ihrem bevorzugten Sommer-Wanderziel wurde ihr Mann Joachim Sauer allein in Karoshirt und Bergstiefeln fotografiert. Die Regierungschefin ward hingegen in der Gegend ihres Häuschens in der Uckermark gesichtet. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht.

Es ist doch eigentlich beinahe beruhigend, dass es auch im Sommer 2018 und auch für eine Regierungschefin möglich ist, zumindest kurzfristig von der Bildfläche zu verschwinden. Nach ihrer Rückkehr werden dann wieder Antworten erwartet.

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