Wahlkampf Merkel lehnt zweites TV-Duell ab

Martin Schulz in der ZDF-Sendung „Klartext“.
Martin Schulz in der ZDF-Sendung „Klartext“. © Foto: dpa
Berlin / Andre Bochow und Gunther Hartwig 14.09.2017

In der ZDF-Sendung „Klartext“ hatte sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Überraschung für den Schluss aufgehoben. Weil im ersten TV-Duell mit der Bundeskanzlerin vieles von dem, was die Bürger bewegte nicht angesprochen worden sei, habe er Angela Merkel „einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all’ diese Punkte auch diskutiert werden können“.

Die Ablehnung kam prompt. Die CDU-Pressestelle teilte mit, es wäre „zu dem Thema alles gesagt“. Angela Merkel habe gern an einem TV-Duell teilgenommen. „Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es.“

Am Rande eines Wahlkampfauftrittes zeigte sich Schulz empört darüber, dass sein Brief von der CDU-Zentrale beantwortet wurde und bekräftigte seine Bereitschaft zu einem zweiten Streitgespräch. „Ich stehe zur Verfügung“, so Schulz. „Ich erwarte schon, dass Frau Merkel sich dazu herablässt, Briefe, die ich an sie richte, selbst zu beantworten.“

Auch eine SPD-Wählerinitiative von namhaften Schauspielern, Künstlern und Wissenschaftlern hatte die Forderung des Kanzlerkandidaten unterstützt. Der Heidelberger Plakatkünstler Klaus Staeck, ehemaliger Präsident der Berliner Akademie der Künste, erklärte bei der Präsentation einer Liste von über 1000 Unterzeichnern eines Wahlaufrufs für Martin Schulz: „Wenn dieses Mal wirklich ein Duell stattgefunden hätte, wäre das gut gewesen.“ Den Aufruf haben etwa die Schauspieler Iris Berben, Walter Sittler, Günter Lamprecht und Natalia Wörner sowie der Theologe Friedrich Schorlemmer, der Sänger Sebastian Krumbiegel und der Schriftsteller Bernhard Schlink unterzeichnet.                    

Themen in diesem Artikel