Cena Toré ist ein sehr offener Mensch. Er lacht viel und gerne. Auch deshalb mögen ihn die Menschen im Caritas-Centrum. Der 26-Jährige macht dort eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Möglich ist das, weil es an der Ulmer Valckenburgschule einen Schulversuch gibt, in dem die eigentlich einjährige Ausbildung für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen auf zwei Jahre gestreckt und mit viel Deutsch-Unterricht kombiniert wird. Wer gut abschließt, kann danach die Ausbildung zur Pflegefachkraft dranhängen. Cena kann das schaffen, sagen seine Lehrer.

"Ich glaube, man muss im Leben immer bereit sein, sich zu verändern", sagt Cena Toré. Heute pflegt er alte Menschen, in seinem früheren Leben hat er sich in Mali als Lastwagenfahrer und Maurer durchgeschlagen. Seine Eltern und seine Schwester sind im Senegal, er selbst ist aufgebrochen Richtung Europa. Die Angst zurückgeschickt zu werden, sitzt ihm immer im Nacken.

Seit zwei Jahren lebt er in einer WG. "Das erste Jahr war das Schlimmste", erzählt Cena. "Ich durfte nichts tun." Deutsch konnte er nur dank der ehrenamtlichen Helfer vor Ort lernen. "Manchmal war es mir zu langsam. Aber alle mussten mitkommen", erzählt er. Als er dann endlich die Arbeitserlaubnis hatte, fand Cena eine Stelle als Hausmeistergehilfe im Pflegezentrum, rückte später in die Hauswirtschaft auf. Man schätzt den jungen Mann aus Mali als zuverlässig, fleißig und freundlich. Deshalb spielte der Arbeitgeber auch mit, als die Idee mit der Ausbildung aufkam. Eine Freundin hatte den 26-Jährigen darauf aufmerksam gemacht.

Seit September geht Cena nun zwei Tage in die Schule, drei Tage zur Arbeit. "Acht Stunden Schule sind anstrengend. Man braucht viel Konzentration", sagt der 26-Jährige. Bei der Arbeit wünscht er sich manchmal "mehr Zeit, um mit den Menschen zu reden". Denn er lernt auch was von ihnen: "Schwäbisch!"

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