Ulm / THOMAS DE MARCO  Uhr
Für den Baustoffhändler Martin Schmauder in Sonnenbühl-Undingen auf der Schwäbischen Alb ist Rejan Elezovikj ein Glücksfall.

Er sei jung und wolle arbeiten, keine Sozialhilfe, so hatte sich der Asylbewerber im April vorgestellt und eine Probezeit vorgeschlagen. Dann erwies sich der Rom aus Mazedonien als Lagerarbeiter, wie ihn Schmauder lange vergeblich gesucht hatte. Deshalb fragte er beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wegen einer Aufenthaltsgenehmigung für Elezovikj nach. Stattdessen kam der Abschiebebescheid.

Seither kämpft Schmauder, dass sein Lagerarbeiter bleiben darf. Dessen siebenköpfige Familie hat einen Antrag bei der Härtefallkommission gestellt, die Baufirma hat bis vor wenigen Tagen auf ihrer Internetseite um Unterschriften geworben. 2855 Menschen machten mit. "Er ist ein Mann, der genau weiß, was zu tun ist, mit der Kundschaft gut klarkommt und mit einer Leidenschaft arbeitet, die man selten findet", sagt Schmauder, der sich zuvor wenig mit der Flüchtlingsthematik auseinandergesetzt hatte. Er sei vielmehr der Meinung gewesen, Deutschland könne nicht die ganze Welt retten, sagt er. "Aber bei dieser Familie ist alles in geregelten Bahnen, die Kinder sprechen fast besser Deutsch als ich - da macht eine Abschiebung keinen Sinn!"

Die Familie sei bestens integriert, sagt auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Poreski und verweist auf viele Empfehlungsschreiben: von Undingens Bürgermeister Uwe Morgenstern, von Arbeitgeber Schmauder, vom Vermieter der Wohnung, von Vertretern der Kirche, von Schule und Kindergarten. Selbst vom Bundesverband des Baustoff-Fachhandels.

Poreski sieht gute Chancen für den Antrag: "Es gibt kaum einen Fall, bei dem mehr Positivpunkte zusammenkommen. Wenn hier kein Härtefall vorliegt, wann dann?" Voraussichtlich im Frühjahr entscheidet die Kommission unter Vorsitz des früheren Reutlinger Landrats Edgar Wais.

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