Kommentar Mathias Puddig zum Bildungsbericht Mehr Anstrengungen für gute Bildung

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Berlin / Mathias Puddig 23.06.2018

Das Gute an Bildung ist, dass man – anders als bei Rohstoffen – in der Hand hat, wie viel man von ihr bekommt. Am laufenden Band werden in Deutschland Schulen und Kitas evaluiert: auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene. Es ist genauestens erforscht, was positiv auf Bildungserfolge wirkt (etwa: gute Lehrerausbildung) und was geringeren Einfluss hat (etwa: der Unterschied zwischen G8 und G9). Bestätigt ist auch, dass sich Bildung für den Einzelnen lohnt: Mit dem Bildungs- und Berufsabschluss wächst nicht nur das zu erwartende Einkommen. Wer mehr und länger lernt, kann sogar mit einer besseren Gesundheit rechnen.

Wer kann, strebt also nach höherer Bildung – doch das kann eben längst nicht jeder. Während die Zahl derer ohne Schulabschluss seit Jahren konstant bleibt, ist der Anteil junger Menschen mit Abitur zwischen 2006 und 2016 von 34 auf 43 Prozent gestiegen. Die Kluft zwischen Gebildeten und Abgehängten wächst. Sie zu überwinden, wird für den Einzelnen immer schwerer.

Das ist ungerecht und gefährlich. Nach und nach verliert Deutschland auch hier seine Mitte und seinen Zusammenhalt. Gerade Bildung sollte mit dem Versprechen verbunden sein, dass jahrelange Anstrengungen auch belohnt werden. Wenn aber jemand aus einem armen Elternhaus stammt und dann noch in einer abgehängten Region aufwächst, dann hat er einen erheblichen Startnachteil. Die Folge ist Frust. Die gute Nachricht ist nun, dass dank zahlreicher Studien bekannt ist, was zu tun ist. Der Haken: Es braucht den politischen Willen, und es wird verdammt teuer. Selbst ein Paket wie der Fünf-Milliarden-Digitalpakt kann da nur ein Anfang sein.

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