Zur Person Markus Blume: Einpeitscher der CSU

Markus Blume, Generalsekretär der CSU.
Markus Blume, Generalsekretär der CSU. © Foto: Lino Mirgeler/dpa
München / Patrick Guyton, Ellen Hasenkamp 13.09.2018
Markus Blume galt als besonnene Stimme der CSU. Als deren Generalsekretär zeigt er sich als harter Konservativer.

Hätte man bis vor einem halben Jahr gefragt, wer in der CSU für einen offenen und sachlichen Kurs steht, der Name Markus Blume wäre rasch gefallen. Jetzt ist er als Generalsekretär der Christsozialen für den Wahlkampf zuständig.

Seit zehn Jahren vertritt der heute 43-Jährige den Stimmkreis München-Ramersdorf im Landtag. Parteichef Seehofer war auf ihn aufmerksam geworden und hatte den fast sanft auftretenden Mann gefördert: Blume wurde im Jahr 2014 Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission und schrieb zwei Jahre lang maßgeblich an dem neuen Grundsatzprogramm der Partei. Die Ende 2016 unter dem Titel „Die Ordnung“ beschlossenen 42 Seiten Text geben aber schon Aufschluss darüber, dass Blume ein ziemlich Konservativer sein kann: Im Programm wurden sowohl der umstrittene Begriff der deutschen Leitkultur als auch die Obergrenze beim Flüchtlingszuzug festgeschrieben.

Der studierte Politikwissenschaftler präsentierte sich als einer, der so ganz anders redet, als man es von den Bayern gewohnt war. „Einer von den Vernünftigen“, sagten auch Mitglieder der bayerischen Opposition. Doch dann kam der Asylstreit der Union, und plötzlich trat ein ganz anderer Blume auf: „Die Menschen sind so was von auf der Zinne, weil die Politik die Zuwanderung noch immer nicht im Griff hat“, sagte er etwa der „Bild“. Oder er kündigte auf dem Höhepunkt des Krachs an: „Die CSU ist maximal entschlossen.“ Blume habe sein Auftreten völlig verändert, heißt es bei der bayerischen Opposition. Einst galt er als „Philosoph“, nun tritt er als Einpeitscher auf.

Sicher auf dem Eis

Als junger Mann hatte Blume gemeinsam mit seiner Schwester eine beachtliche Karriere als Eiskunstläufer hingelegt, er war sogar bayerischer Meister. Nach dem Studium arbeitete er bis 2013 als Berater und Unternehmer. In der Münchner CSU hielt er immer zu Seehofer. Am 14. März dieses Jahres ernannte dieser Blume zum neuen CSU-Generalsekretär. Viele in diesem Job streben nach einer gewissen Zeit häufig ein Ministerium an. Als Mitglied des bayerischen Kabinetts könnte er dann wieder etwas mehr von dem früheren Blume an den Tag legen.

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