Wieso ist nicht schon früher jemand darauf gekommen? Es erscheint doch eigentlich so simpel: Kühe rülpsen weniger Methan, wenn sie Mais zu fressen kriegen. Das haben Forscher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen anhand eines viermonatigen Fütterungsversuchs herausgefunden.

Zwei Gruppen von Kühen verköstigten unter Projektleiter Sebastian Hoppe mehr als 120 Tage lang unterschiedliche Futtermischungen - in getrennten Ställen versteht sich. Heraus kam, dass die 48 Rinder, die hauptsächlich Mais fraßen, durchschnittlich 340 Gramm Methan pro Tier und Tag rülpsten und pupsten. Die zweite - grasfressende - Mannschaft produzierte 20 Gramm mehr.

Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch angesichts der Tatsache, dass laut Umweltbundesamt im Jahr 2011 mehr als 50 Prozent der Methan-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft stammten, ist selbst diese minimale Reduzierung ein Erfolg.

Doch auch wenn die Wiederkäuer nicht so viel von dem klimaschädlichen Treibhausgas produzieren, wenn sie mit den gelben Körnern der Kolbenpflanze gefüttert werden - Projektleiter Hoppe betonte, dass die Ergebnisse keine generelle Ernährungs-Empfehlung zuließen.

Angespornt durch das Ergebnis des Maisversuchs testeten die Wissenschaftler in Nordrhein-Westfalen gleich noch die Reaktion der Kuhschen Darmflora auf den pflanzlichen Gerbstoff Tannin. Er kommt beispielsweise in Zweikeimblättern wie Sonnenblumen, Klee und Lavendel vor.

Die Resultate müssen laut Hoppe zwar noch ausgewertet werden. Ein tendenziell geringerer Methanwert gelte aber als wahrscheinlich, so der Experte. Der Umwelt wäre zumindest ein großer Gefallen getan, fiele der Versuch positiv aus.