Stuttgart Machtkampf in der SPD: Castellucci fordert Breymaier heraus

SPD-Abgeordneter Lars Castellucci.
SPD-Abgeordneter Lars Castellucci. © Foto: Matthias Kessler
Stuttgart / Roland Muschel/dpa 06.10.2018
Bei einer Konferenz der SPD-Kreisvorsitzenden hat SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Castellucci überraschend seine Kandidatur für den baden-württembergischen SPD-Landesvorsitz angekündigt.

Damit steht die Südwest-SPD zur Mitte der Legislaturperiode im Land vor einer Machtprobe. Denn Castelluccis Ankündigung ist eine Kampfansage an die amtierende SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier (58). Die Parteilinke hatte die Führung des Landesverbands im Oktober 2016 übernommen, nachdem die SPD bei der Landtagswahl im März 2016 auf 12,7 Prozent und damit ein historisches Tief abgestürzt war.

Seitdem haben Breymaier und ihre Generalsekretärin Luisa Boos eine Reihe von Neuerungen angestoßen; das Duo sieht sich dabei „im Plan“. In der Landtagsfraktion, aber auch in Teilen der Partei gibt es indes Unmut über die Landesvorsitzende; die jüngsten Umfragen, die die SPD in Baden-Württemberg zwischen 11 und 12 Prozent ansiedeln und damit keine Besserung der desolaten Lage in Aussicht stellen, tragen nicht zur Beruhigung bei. Diesen Unmut versucht der gebürtige Heidelberger Castellucci nun aufzugreifen.

Seit 2005 stellvertretender Landesvorsitzender

Der 44-jährige Castellucci vertritt seit 2013 den Wahlkreis Rhein-Neckar im Bundestag. Der Professor für Nachaltiges Management ist seit 2005 einer von vier stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden. Castellucci ist offiziell in keiner SPD-Gruppierung organisiert; er dürfte aber die Unterstützung der sogenannten Netzwerker wie auch von nicht geringen Teilen der Landtagsfraktion genießen. Der Ausgang der Machtprobe auf dem Parteitag im November gilt daher als offen.

Breymaier will Mitgliederentscheid

SPD-Landeschefin Leni Breymaier will ungeachtet ihres Gegenkandidaten um den Landesvorsitz der Partei weitermachen. „Ich werde dem Landesvorstand empfehlen, die beiden Kandidaturen in einem Mitgliederentscheid klären zu lassen“, sagte die 58-Jährige am Samstag in Stuttgart. „Ich habe da auch Lust weiterzumachen. Weil fertig ist man da nicht in zwei Jahren.“

Die SPD-Landesgeschäftsstelle soll ein Konzept zum Mitgliederentscheid erarbeiten, über das der Landesvorstand in der kommenden Woche entscheiden soll, wie ein SPD-Sprecher sagte.

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