Kommentar Zum Ausscheiden Maaßens: Sein Hang zur Verschwörung

Nun darf man in diesem Land allerlei Unsinn glauben und auch verzapfen. Mit dem Amt des Verfassungsschutzpräsidenten verträgt sich das nicht, und auch nicht mit dem eines Beraters für den Innenminister, meint unser Redakteur Guido Bohsem.
Nun darf man in diesem Land allerlei Unsinn glauben und auch verzapfen. Mit dem Amt des Verfassungsschutzpräsidenten verträgt sich das nicht, und auch nicht mit dem eines Beraters für den Innenminister, meint unser Redakteur Guido Bohsem. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Guido Bohsem 05.11.2018
Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen ist über seine Neigung zu Verschworereien gestolpert. Innenminister Seehofer hat das zu spät erkannt.

Glaubt man dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, ist er ein Opfer der wohl bizarrsten politischen Verschwörung in der Geschichte der Bundesrepublik. Die linksradikalen Kräfte der SPD, so stellt er es dar, hätten seine Person in Zusammenarbeit mit den Medien benutzt, um die ungeliebte GroKo platzen zu lassen.

Das haben die Verschwörer aber nun wirklich gründlich vermasselt: Die SPD steckt in der größten Krise ihrer Geschichte, noch nie schnitt sie so schlecht ab wie nach den Querelen um Maaßen, und weder Rechte noch Linke in der Partei wissen, wie es weitergehen soll – klar ist ihnen nur, dass sie keinesfalls aus der GroKo aussteigen sollten.

Nun darf man in diesem Land allerlei Unsinn glauben und auch verzapfen. Mit dem Amt des Verfassungsschutzpräsidenten verträgt sich das nicht, und auch nicht mit dem eines Beraters für den Innenminister. Maaßens Problem ist, dass er selbst zum Verschwörerischen neigt. Auch Maaßens Chef Horst Seehofer hat das nun erkannt. Viel zu spät. So spät, dass er nun – auch wegen Maaßen – um seine Posten als CSU-Chef und Innenminister bangen muss.

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