CDU LSU feiert: Regenbogenparty im Adenauer-Haus

Berlin / Ellen Hasenkamp 08.09.2018

  Ein Bild des legendären früheren CDU-Chefs und Bundeskanzlers Konrad Adenauer prangt fast in Lebensgröße in der nach ihm benannten Parteizentrale der Christdemokraten in Berlin. In die heiligen Hallen durfte die LSU erstmals vor vier Jahren einziehen: 2014 fand ihr Jahresempfang im Adenauer-Haus statt. Die Hauptrede hielt der damalige Generalsekretär Peter Tauber. Er war es, der nicht nur die Glastüren für den Verband aufschloss, sondern sich für eine umfassende Öffnung der Partei auch für Lesben und Schwule einsetzte. „Jünger, weiblicher, bunter“ – so lautete sein Wunschbild von der CDU, womit er sich nicht nur Freunde machte.

Die LSU-Geburtstagsparty jetzt ins Haus zu holen, war nach Angaben aus der Parteizentrale aber nicht mehr umstritten. Und der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt freut sich: „Unseren runden Geburtstag hier zu feiern, zeigt eben doch, dass wir ein integraler Teil der Unionsfamilie sind.“ Mit Adenauer jedenfalls teilt die LSU auch den Geburtsort. In Köln wurde der Bundesverband 1998 offiziell gegründet. Einen Satz des rheinischen Übervaters zitiert der Verband besonders gern: „Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich. Die anderen können mich.“

„Jahre voller Trotz“

Die CDU und ihr Lesben- und Schwulenverban –  das ist dennoch eine komplizierte Geschichte. „Zwanzig Jahre voller Trotz, Enttäuschungen, aber auch Erfolgen und Freuden liegen tatsächlich schon hinter uns“, schreibt Vogt in seiner Einladung.

Auf der Habenseite hat sich viel getan: Vor gut einem Jahr verabschiedete der Bundestag die Ehe für alle – auch mit Stimmen der Union, nachdem Parteichefin Angela Merkel (CDU), die sich mit dem Thema lange schwer tat, bei einer Podiumsdiskussion einigermaßen überraschend ihren Meinungsschwenk kundgetan hatte. Als „längst überfällig“ feierte der Verband im August zudem den Gesetzentwurf aus dem unionsregierten Innenministerium, neben männlich und weiblich künftig auch divers als offizielle Geschlechtsangabe zuzulassen.

Mit der Anerkennung des eigenen Verbands geht es weniger voran. Zur Geburtstagsfeier dürfen Mitglieder, Freunde und Förderer der LSU zwar Atrium und Wintergarten des Adenauer-Hauses stürmen. Noch lieber aber wären ihnen Büros in der zweiten oder vierten Etage der Parteizentrale. Dort sitzen die offiziell anerkannten Parteigliederungen: die Frauen Union, die Senioren Union oder der Evangelische Arbeitskreis. Neun solcher Vereinigungen und Sonderorganisationen hat die Partei, aber die Lesben und Schwulen gehören nicht dazu.

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